Hallo liebe Lesende!
Jetzt ist es also vorbei. Ich bin wieder in Freiburg und meine Zeit in Iowa ist rum. Jetzt ist nicht die Zeit voreilige Schlüsse zu ziehen, das muss man jetzt in Ruhe analysieren. Freunde der Sonne.
Kurz die Fakten: 70 Beiträge, 109 Kommentare, 1 Fudder.de Interview und 7,851 Aufrufe. Damit hatte ich im letzten Sommer sicherlich nicht gerechnet.
Kurze die obligatorischen Danksagungen: Ich wollte mich zunächst für das Feedback bedanken, dass ich bekommen habe. Es freut mich, dass einige Leute sich offenbar durch diesen Blog nicht nur informiert, sondern auch etwas unterhalten gefühlt haben. Danke auch für die Kommentare, ich habe mich über die Rückmeldung gefreut. Abschließend noch Dank an Jonas ohne dessen großartigen Blog über sein Jahr in Ungarn ich nie auf die Idee gekommen diesen Blog zu schreiben.
Das Jahr ist rum und ich kann guten Gewissens sagen, dass es ein gutes Jahr war. Ich habe vieles über die Vereinigten Staaten gelernt und mein Englisch ist auch deutlich besser. Insbesondere das Studium von Geschichte und Politik aus US-Amerikanischer Perspektive war spannend und aufschlussreich. Ich habe viel gefeiert und mich das eine oder andere Mal zünftig betrunken (oft auch beides gleichzeitig).
Ich bin ein Stück weit auch froh, dass es vorbei ist. Richtiges Bier, Richtiges Brot und kein öffentliches Alkoholverbot haben schon ihre Vorzüge. Außerdem ist Fernbeziehung schon scheiße. Die Leute in Iowa werden mir trotzdem fehlen. Insgesamt kann ich aber sagen, dass es ein gutes Jahr war und das ist wahrlich alles was man sich erhoffen kann.
Ich habe die USA als ein sehr vielseitiges Land kennen gelernt. Amerikaner sind sehr gastfreundlich und ausgesprochen hilfsbereit. Dennoch sind die USA nicht der Himmel auf Erden. Ich kenne Leute, die sind der Ansicht, dass in den USA irgendwie alles besser sei. Diese, im Konzept des “American Exceptionalism” wurzelnde, Ansicht ist genau so antiquiert wie falsch. Armen geht es in den USA genau so schlecht wie anderswo, zum Teil sogar deutlich schlechter. Die USA haben eine gigantische Wirtschaft und doch sind Teile der Bevölkerung bitterarm und können nicht mal ihre Arztrechnungen bezahlen. Es gibt Fortschritt und Rückwärtsgewandtheit. Es gibt gleichgeschlechtliche Ehen in manchen Bundesstaaten (u.a. in Iowa) und es gibt rassistische Einwanderungsgesetze in anderen Bundesstaaten. Es gibt Leute, die sich unverblümt als Sozialisten bezeichnen. Es gibt Leute die mit Schildern rumlaufen auf denen “Obama’s Plan – White Slavery” steht. Das Vorurteil vom dicken, uninformierten Ami ist nicht völlig aus der Luft gegriffen, doch in der tatsächlichen Anwendung hat sich mir die Nutzlosigkeit dieses Vorurteils gezeigt. War bei einem Vorurteil ja eigentlich auch nicht anders zu erwarten.
Ich möchte mit einem Zitat schließen. Frederick Douglass, Sozialreformer und Vorkämpfer gegen die Sklaverei hat einmal, wie ich finde, sehr treffend geschrieben:
„America is a nation best described by its inconsitencies.“
Dem habe ich nichts hinzu zufügen.
Ich verbleibe, euch alle herzlich grüßend, stets der Eure.
Django
P.S. Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich auch in Zukunft weiter bloggen soll. Ich neige zu “Ja.” Bin mir aber noch nicht ganz sicher. Wenn es dann soweit sein sollte, werde ich es euch auf jeden Fall auf diese Wege wissen lassen.
















